4. Bedienelemente

Die Hauptaufgabe eines DJs, egal welche musikalische Stilrichtung er bedient, ist das Auswählen, Abspielen und Mischen von Musikstücken. Und so dies nicht direkt am Notebook, sondern unter Zuhilfenahme eines MIDI-Controllers erfolgt, benötigt er hierfür Bedienelemente von charakteristischer Beschaffenheit, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten.

Taster

… übermitteln hauptsächlich Start-, Stopp- und An/Aus-Befehle im MIDI-Jargon auch „Toggle“ und „Trigger“ genannt. Bei einem Toggle-Befehl ändert sich der Status von „an“ nach „aus“ wie bei einem Lichtschalter. Trigger hingegen lösen mit jedem Tastendruck den gleichen Befehl aus, vergleichbar mit einer Auto-Hupe. In der DJ-Software übermitteln „Toggle“-Nachrichten Befehle wie Play, Pause und Cue, schalten die Vorhör-Funktion ein oder aus, setzen Wiederholschleifen oder aktivieren die Effektzumischung. „Trigger“ hingegen springen Hotcue-Markierungen und Slicer-Positionen an oder starten die Wiedergabe von Samples. Taster erscheinen in unterschiedlichen Größen, Farben und Formen, sind beispielsweise aus farbiger Hartplastik gefertigt oder bestehen aus halbtransparentem, Status meldend hinterleuchtetem Vollgummi. Mancher Controller-Hersteller verbaut sogar Arkade-Buttons, die an Videospielautomaten der Achtziger Jahre erinnern.

Fader

… sind das Mittel der Wahl, wenn es um Ein- und Überblendungen geht, denn sie eignen sich vortrefflich für Parameter, die es exakt zu regulieren gilt. Im Grunde kann man sagen, je länger der Fader, umso feiner das Tuning. Doch nicht immer ist ein langer Fader gewünscht, so etwa beim Crossfader, der von Titel A zu Titel B überleitet. Scratch-DJs legen zudem Wert auf einen Curve-Controller oder Switch (Drehregler oder Stufenschalter) zur Anpassung der Überblend-Charakteristik bzw. Flankensteilheit. Ein schnell öffnender Crossfader, der butterweich auf der Leiterbahn flutscht und sich im Verschleißfall austauschen lässt, wird in der Regel von den Deejays bevorzugt.

Um eine höhere Auflösung zu erzielen, setzen einige Hersteller anstatt auf das Standard MIDI-Protokoll (nur 7 Bit) auf Lösungen wie Hi Res-MIDI (14 Bit!), um zum Beispiel hundertstelgenaue Anpassungen beim Tempofader zu ermöglichen. Sollten Sie zu den DJs gehören, die manuelles Beatmatching praktizieren, sollten Sie einen hochauflösenden Fader mit einer Länge von 80 – 100 Millimetern fokussieren, damit Sie die Geschwindigkeit eines Musikstücks auf ein bis zwei Hundertstel genau vorgeben können. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn die Tracks über einen längeren Zeitraum synchron laufen sollen. Wer mit vier virtuellen Decks auf einem zwei Kanal-Controller mischt, sollte darauf achten, dass am Pitch-Fader LED-Indikatoren verbaut sind, die die Richtung des abzuholenden Wertes des Komplementär-Decks auf der gleiche Seite anzeigen.

Jogwheels und Jogdials

Jogwheels sind die Plattenteller des Controlleristen und werden daher selbstverständlich auch mit ähnlichen Aufgaben bedacht. Wollen Sie die Teller zum Scratchen verwenden, sollten diese zumindest handgroß sein, was auch beim Nachregulieren der Beat-Synchronität zweier Titel oder zum „Abwerfen einer Kickdrum“ von Vorteil ist. Kreative Naturen „zweckentfremden“ die Handräder aber auch schon mal für Parameterfahrten von Effekten oder im Zusammenspiel mit Samples. Dienen sie lediglich zur Navigation und zum Spulen durch das Musikstück, reichen bereits wenige Zentimeter Durchmesser aus. Diese kleinere Auslegung ist auch unter der Bezeichnung „Jogdial“ bekannt. Am DJ-Controller kommen die Handräder in unterschiedlichen Größen und Ausführungen vor. Es gibt Modelle, die groß wie eine Single-Schallplatte (7-Inch) sind, eine Echtvinyl-Auflage haben und von einem Motor angetrieben werden, um dem Turntable- bzw. Scratch-Feeling möglichst nahe zu kommen. Andere Auslegungen wiederum reagieren kapazitiv auf Berührung oder haben einen integrierten Button, der niedergedrückt werden kann. Einfachere Konstruktionen übermitteln lediglich die Drehbewegung (Tempo und Richtung).

Auch beim Fertigungsmaterial unterscheiden sich die Räder, denn es sind sowohl Metall-, als auch Kunststoffausführungen oder Kombinationen aus beiden erhältlich. Teilweise sind die Telleroberflächen angeraut oder mit einer Gummierung für mehr Griffigkeit überzogen und mit seitlichen Führungsmulden ausgestattet. Der Trend geht hier aktuell zur flachen Bauweise über. Man spricht von „Low-Profile-Jogwheels“. Wer besonders viel Wert auf ein individuelles Gefühl beim Jogwheel legt oder in vibrationsstarken Umgebungen arbeitet, sollte zudem darauf achten, dass er den mechanischen Drehwiderstand einstellen und eventuell auch Einfluss nehmen kann, wie oder wann der Touch-Sensor auf die Annäherung der Hand reagiert.

Drehregler und Encoder

Drehregler eignen sich bestens zur Steuerung von Werten mit definiertem Minimal- und Maximalwert. In einigen Fällen wie beim populären Kombifilter (links Hochpass, rechts Tiefpass) oder den Equalizern ist eine Mittenrasterung mit Kennzeichnung der 12-Uhr-Position am Potikopf erwünscht. Diese Stellung ist neutral und es erfolgt kein Eingriff. Eine Drehung im Uhrzeigersinn hebt den Frequenzbereich an, in entgegengesetzter Richtung wird dieser abgesenkt. Eine Sichtkontrolle ist somit gut möglich. Bei einem Effektpoti hingegen, dass oftmals einen Wert zwischen 0 und 100 Prozent regelt, muss nicht zwangsläufig eine mittlere „Schnapp“-Funktion anwesend sein, jedoch ist eine Markierungsnabe auch hier wünschenswert, um ein visuelles Feedback aktueller Einstellungswerte zu erhalten. Je nach Verwendungszweck weisen die Drehregler am gleichen Gerät auch schon mal unterschiedliche Durchmesser auf und je geschmeidiger der Drehwiderstand ausfällt, umso filigraner ist das Gefühl beim Mixen. Auch die Beschaffenheit der Potikappen ist von Bedeutung, schließlich sind gummierte Knöpfe griffiger als reine Kunststoffkappen. Wer viel an den EQs schraubt, sollte vielleicht auch beachten, ob der Hersteller verschraubte Modelle einsetzt und ob die Potis aus Metallstiften bestehen oder aus Kunststoff gefertigt sind, der mitunter brechen kann, wenn das Gerät unsachgemäß behandelt wird (Stichwort Equipment-Verleih).

Endlos-Encoder (Rotary Encoder) sind Drehgeber, die im Gegensatz zum Poti keinen definierten „Start- und Endpunkt“ haben und in der Regel gerastert sind. Aufgrund ihrer Beschaffenheit bieten sie sich an, um Funktionen fernzubedienen, wo eine schrittweise Veränderung in beide Richtungen erforderlich ist. Das macht sie zum perfekten Werkzeug, um den digitalen Datenbestand auf der Festplatte zu durchsuchen oder Titel in den Playlisten zu markieren. Ein integrierter Button kann dabei einen Verzeichnislink in der Seitenleiste öffnen, um in verschachtelten Ordnerstrukturen zu navigieren oder der Fokus-Selektion dienen. Encoder sind auch das Mittel der Wahl, um Loops in der Länge zu verdoppeln oder zu halbieren, um kleinste, numerische Werte einzustellen, beispielsweise BPM (128,65) oder Taktungen von Effekten (1/8, ¼ etc.). Ein aktueller Trend ist hier die Integration eines Berührungssensors, der dem Programm übermittelt, ob ein Controller angefasst wurde oder wieder losgelassen wurde. Die Software kann daraufhin wie bei einem Button einen Befehl einleiten oder unterbrechen oder die Ansicht auf dem Bildschirm umschalten, beispielsweise die Effektparameter einblenden, wenn ein Effektregler berührt wird.

Pads

Die Einführung erweiterter Remix-Techniken in den DJ-Programmen läutete den Siegeszug der Pad-Sektionen an den Controller ein. Sie sind oftmals mit mehrfachen Arbeitsebenen ausgestattet und springen Hotcues an, „Slicen“ und „Choppen“ oder übernehmen das Starten/Stoppen der Wiedergabe von Samples. In der Regel besteht eine Pad-Sektion an einem Dual-Deck-Controller aus zwei Reihen Tasten mit je vier Spielflächen, die oberhalb oder unterhalb potenziell vorhandener Jogwheels angeordnet sind. Spezial-Controller legen auch schon mal eine 16er-Matrix oder mehr an den Tag. Wer zur Fraktion der Live-Remixer zählt und die Teller nur selten einsetzt, bevorzugt eine Konstruktion mit Pads im unteren Drittel des Gerätes, um einen möglichst direkten Zugriff zu erhalten. Scratch-DJs hingegen bevorzugen freiliegende Fader und Wheels, daher bietet es sich in diesem Fall an, eine umfangreiche Tastenmatrix nach oben zu verlegen. Je nach Preis- und Güteklasse der Hardware trifft man auf Pads, die anschlagdynamisch sind und somit auch die Druckintensität übermitteln können. Das ist besonders interessant, um Sample-Lautstärken ohne die Bedienung eines Faders zu variieren. Wenn die Pads jedoch nur Hotcues anspringen sollen oder für die Loop-Steuerung genutzt werden, kann man auf „Velocity“ auch verzichten. In einigen Fällen lassen sich sogar die Dynamikkurven und die Aftertouch-Funktionalität im Setup-Menü der Kommandozentrale festlegen.

Touchpads und Ribbons

Eindimensionale Touch-Stripes ermöglichen Navigationsvorgänge, spulen in Tracks und selektieren Titel, dienen als Fader-/Pitch-Ersatz oder sind in funktionale Bereiche aufgeteilt, um Loops oder Samples abzufeuern. Kommen sie als Jogwheel-Ersatz zum Einsatz, übernehmen sie neben dem Spulvorgang auch das Pitch-Bending, also das Anschubsen und Abbremsen des virtuellen Plattentellers. Zweidimensionale X/Y-Pads fungieren hingegen eher als Mausersatz oder ermöglichen die Bedienung zweier Werte im Koordinatenkreuz.

Pegelanzeigen

Pegelanzeigen unterstützen den DJ beim Abgleich der Lautstärke diverser Zuspieler und natürlich auch auf dem Dancefloor. Verwendet man mehrere Zuspieler und Decks, können Pegelanzeigen in den Kanälen bereits eine visuelle Rückmeldung über die Kanallautstärke geben, wenn der Fader noch nicht aufgezogen ist. Die Master-Anzeige indes gibt Auskunft über die Ausgabelautstärke. Hier hat sich das Ampel-Farbsystem über die Jahre bewährt, also grünes Licht bis null dB und eine Gelbwarnung bevor man in den roten Übersteuerungsbereich eintritt. Controller für Einsteiger verzichten mitunter komplett auf Pegelmeter, wohingegen sie bei einem Tool mit semiprofessionellem Anspruch oder einem Profiwerkzeug unabdingbar sind.

Displays

DJ-Workstations, die über CD-Laufwerke oder USB-Slots verfügen, sind mit LCDs bestückt, die primär zur Musikauswahl und Anzeige von Titel- und Laufzeitinformationen dienen. Doch auch beim MIDI-Controller zeichnet sich hier ein neuer Trend ab. Die Integration von großen Vollfarb-Displays ermöglicht eine grafische Aufbereitung der Daten direkt am Controller. Das macht den Blick auf den Computer-Screen über weite Teile einer Mixsession obsolet und lenkt den Fokus noch stärker auf die Darbietung selbst. Mitunter lässt sich das Notebook somit auch an der Seite platzieren und der Blick auf das Publikum wird frei. Auf dem Bildschirm erscheinen beispielsweise Informationen zum abgespielten Musiktitel wie BPM, Restzeit, Pitch, Sync oder Key und eine Wellenformübersicht oder Ausschnittsbetrachtung zur Ermittlung von Breaks oder zur Visualisierung von Cuepoints. Man kann Effekte selektieren oder Werte ablesen und vielleicht am wichtigsten: die Musikbibliothek durchforsten und Titel auswählen, denn das ist schließlich das A & O.

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