Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Ein Set zum Preis eines Mikrophons

Vorab: Auf der Suche nach einem Ersatz für ein kaputtes Roland Duo Interface hatte ich zunächst ein Babyface in Visier; aber zum einen war es nicht sofort lieferbar, zum anderen habe ich ein (älteres) Fireface und wollte wieder etwas Kleineres wie eben das Roland. Mir fiel das Audient iD4 aufgrund der guten Bewertungen auf. Dann sah ich das Bundle-Angebot mit dem OC18 und ließ es mir schicken.

Gleich vorweg: Ich habe den Kauf nicht bereut. Beide Geräte sind hervorragend.

Audient iD4: Das kleine Interface ist für rasche Aufnahmen ideal; einfach zu bedienen, Betrieb ohne externe Stromquelle, und eine tolle Qualität, eher vergleichbar meinem RME Fireface als dem preislich ähnlichen (aber nicht mehr erhältlichen) Roland. Ich nehme e-Bass direkt von Instrument am Line-Eingang auf, Saxophon und gelegentlich Gitarre mit Mikrophon - beides liefert eine neutrale Abbildung des Klanges, den ich in der DAW nicht unbedingt nachbearbeiten muss.

Fazit: Das Audient hat mich überzeugt; es ist ein handliches Interface, dessen Leistung an teurere Studiogeräte heranreicht. Ich kann mir durchaus vorstellen, mir noch ein größeres Audient als Brücke zwischen dem iD4 und dem Fireface zuzulegen.

Austrian Audio OC18: Ich habe das AA OC18 mit dem AKG C214 und dem Neumann TLM 102 verglichen, und es entspricht meinem subjektiven Empfinden besser als beide Konkurrenten. Für Tenorsax-Aufnahmen war das C214 mein Favorit; das OC18 ist klarer und vielleicht eine Spur neutraler, betont die Höhen weniger, ohne gleich steril zu wirken. Beim Sopransax höre ich beim OC18 mehr Lebendigkeit und Brillanz als beim Neumann, ohne dass dies mit einer auffälligen Klangfärbung einhergeht.

Bei Gesangsaufnahmen (Sopranstimme sowie Männerstimme im Bariton-Register) verglich ich es mit Audix VX5 und Neumann KMS105. Es bildet die Stimme sehr natürlich ab und wird vielleicht bei wirklich kritischen Aufnahmen zum Einsatz kommen. Für normale Aufnahmen und natürlich für den live-Einsatz bleibe ich bei den Gesangsmikros.

Fazit: Das Austrian Audio OC18 hat mich auf allen Linien überzeugt. Ich wollte vor ein paar Monaten das C214 auf ein C414 “aufbessern” und habe die XLII und XLS getestet, konnte mich aber nicht für eine Version des 414 entscheiden (man müsste eigentlich beide kaufen). Der Kauf des OC18 hat mir diese Entscheidung abgenommen. Dieser Nachfolger der nicht mehr in Wien produzierten AKGs ist eine Verbesserung, und wenn man auf die Vielfalt der Richtcharakteristiken verzichten kann, hat man mit dem OC18 ein Mikro, das beide AKGs bestens ersetzen kann. (Wenn man die verschiedenen Richtoptionen braucht, soll man zum OC818 greifen.)

Schlussbemerkung: Das Bundle ist genial. Zum Preis

des Mikros bekommt man ein tolles kleines Interface dazu. Absolute Kaufempfehlung!

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