Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung

Meine ersten Studiomonitore

Eins vorweg: Das sind meine ersten Monitore, also kann ich mangels Vergleich nur einen ganz subjektiven Eindruck vermitteln. Gehörschulung-/Bildung ist vorhanden (unter anderem im Hifi Class A und High End Bereich. Gitarre spiele ich (mit Pausen) seit 1977.

Üblicherweise gehe ich in Sachen Speaker immer "all in", was jeder versteht, der schon Lautsprecher im 5- bis 6-stelligen Preissegment sein Eigen nannte. Und jetzt kommt, natürlich, das ABER: Für mein frisch geschlüpftes Hobby/Home-Studio möchte ich mich erst mal langsam herantasten und experimentieren. Die relativ guten Bewertungen der Monitore ist ein Indiz, dass man da nicht viel falsch machen kann, und dem ist auch so.

Aufstellung und Anschluß für technisch nicht ganz unversierte eher selbsterklärend. Kommen wir zu den 3 Sternen bei Features: USB geht GAR NICHT! Natürlich wollte ich auch dieses Feature ausprobieren, habe meine 5.1 stumm geschaltet, USB verbunden und den Powerswitch um gelegt. Resultat war fast ein Hörsturz! Dir Behringer knallten mir fast mit voller Leistungskraft Musik um die Ohren, da ich vergessen hatte, die aktuell laufende Musik auszuschalten. Sowas geht gar nicht. Ich kann jetzt auch nachvollziehen, warum kein USB-Kabel zum Lieferumfang gehört, diese Betriebsart ist wohl von den Entwicklern nicht wirklich vorgesehen :-)

Zum Sound kann ich nur sagen, dass ich die räumliche Auflösung sehr gelungen finde, Bässe dank 5" Speaker für E-Gitarre gut bis sehr gut. Vorher lief alles über meine 5.1 am PC (das Soundsystem alleine hat mehr als 1000 Euro gekostet) und diese Monitore haben es echt drauf, wobei es mir in erster Linie um den Sound der Gitarre geht. Ich hatte auch gleichzeitig the t.akustik Iso-Pads 5 bestellt, die die Monitore effektiv vom Schreibtisch entkoppeln.

Verarbeitung: Für den Preis habe ich natürlich Plastikbomber erwartet, was sie ja auch sind :-) Aber weder Gehäuse noch Front machen einen "billigen" Eindruck, für den Preis mehr als angemessen. Optisch hat man nicht das Gefühl, da stehen Boxen für 100 Euro auf dem Desk, akustisch schon gar nicht.

Meine Kommentare zu anderen Rezensionen:

- Ich benutze 3,50 Euro sssnake IPP1030 Monoklinkenkabel für die Verbindung zum Audio-Interface (Behringer UMC-22). Da ist kein Rauschen oder anderweitige nervende Geräusche die störend wären.

- Verbindungskabel nur 2 Meter? Das sind Nahfeldmonitore, denen man relativ nah gegenüber sitzt. Meine sind vielleicht max. 1 - 1,2 Meter voneinander entfernt, und bilden eine sehr gut räumliche Auflösung ab, was unter anderem genau die Aufgabe von Studio-Monitoren ist. Mehr als 1,5 Meter Abstand habe ich bisher noch nie gesehen.

- Boxenblenden haptisch verbessern? Ich lass die am Abend auf dem Schreibtisch und nehme die nicht mit ins Bett und finger daran rum :-)

Fazit:

Volles Pfund Studio/Nahfeldmonitore für den richtig schmalen Geldbeutel, ohne in das Schema "chinesischer Plastikmüll" abzurutschen, was heute gar nicht so selten ist. Exzellente räumliche Darstellung: Geringste Änderungen beim Panning sind direkt lokalisierbar. Sound für E-Gitarre ist richtig gut, und dafür habe ich sie hauptsächlich in Gebrauch (auch Drop-Tuning, die 5" Speaker haben da noch Luft, wo 3,5 oder 4 schon aufgeben und nicht mehr authentisch klingen). Verbindungskabel ist mit 2 Metern lang genug (für den konzeptionellen Einsatzbereich). Eine weniger proprietäre Lösung wäre bei einem Defekt des Kabels wünschenswert. Ich denke man bekommt kaum etwas besseres für ein Home/Hobby-Studio in der Preisklasse, ohne Abstriche machen zu müssen.