Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Macht, was er soll, aber das Geld wäre woanders besser angelegt

Ich habe eine zeitlang zwei Cloudlifter benutzt, um an einem Zoom H5 zwei Electro-Voice RE20 für Interviews zu betreiben. Mittlerweile meine ich allerdings, dass die Cloudlifter

a) überflüssig sind und

b) den Sound verschlechtern.

Zu a): Sofern man mit 24 Bit aufnimmt und nicht unbedingt bis -12db aussteuern muss (und selbst das klappt, meine ich, mit dem RE20 am Zoom H5 noch), kann man einfach niedriger aussteuern (um das Preamp-Rauschen zu vermeiden) und später den Pegel digital erhöhen.

Zu b): Der Cloudlifter wird mit "clean gain" beworben. Damit ist offenbar gemeint, dass er kein hörbares Rauschen hinzufügt. Er coloriert allerdings den Klang geringfügig und "verschmiert" ihn etwas. M.E. erhält man daher mit niedriger Aussteuerung ohne Cloudlifter bessere Aufnahmen als mit Cloudlifter und höherem Pegel. (Aber das hängt sicher vom Interface ab.)

Meines Erachtens ist das Geld besser angelegt, wenn man die 180 Euro (oder 360 für zwei) statt in den Cloudlifter in ein besseres Interface oder einen besseren Recorder steckt. Beispiel: Ein Zoom H5 und zwei CL-1 kosten knapp 640 Euro. Dafür dürfte man schon einen MixPre-3 von Sound Devices kriegen (den Thomann leider noch nicht im Angebot hat). Und der schlägt die Kombination H5+Cloudlifter klar um Längen, wie ich mittlerweile aus eigener Erfahrung sagen kann. Für den Preis eines Focusrite Scarlett plus Cloudlifter wird man vermutlich auch ein Apogee One bekommen, und ich vermute, dass der Klang bei letzterem besser ist.

Alternativ kriegt man für den Preis eines Cloudlifters auch den populären dbx 286 S Channel Strip mit Preamp, De-Esser, Gate und Kompressor. Wer nicht auf die Kompaktheit des Cloudlifters angewiesen ist, dürfte mit dem dbx oft besser bedient sein.

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