Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung

Feine Wunderkiste!

Ich habe etwas zum ruhigen üben und was, das als Notbesteck für Auftritte und zum Aufnehmen taugt. Zudem wäre es prima, wenn dieses „Dings“ für alle angedachten Instrumente Solidbody, Thinline, Archtop und Bass passt.

In der Auswahl waren

- DSM & Humboldt Sinplifier Amp/Cab SIM

- strymon Iridium Amp & IR Cab

- Two notes C.A.B.M+

Ausstattung & Verarbeitung

Der Lieferumfang des Simplifier Amp/Cab Simulators ist mit einem Aufkleber und einem Kärtchen mit Scancode zu DSM & Humboldt Webseite auf der sich das online Manual befindet, eher bescheiden.. Leider nicht einfach als PDF-Download. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. - Freundlicherweise haben die Thomann Mitarbeiter einen Link zum passenden, günstigen und gut funktionierenden Thomann Netzteil beigefügt.

Das kleine Simplifier Gehäuse beherbergt insgesamt unglaubliche 29 Bedienelemente und Buchsen.

Die Beschriftung des Panels ist auf einer aufgesetzten Platte zu finden, deren Kanten etwas spitz anmuten. - Etwas rundere Übergänge fände ich angenehmer.

Sound

Klanglich zeigt sich der Simplifier sehr fein aufgelöst. Auch die Dynamik und die Charaktere der nachgeahmten Amps sind wirklich gelungen. Sehr fein und bisweilen auch irgendwie nobel.

Jedoch muss man die Zusammenhänge der Regler und der Wirkweise zueinander ergründen oder idealerweise kennen.

Mein erster Versuch, einen Rockabilly Sound mit eingeschleiftem Slap Back Echo, war wirklich überzeugend. Auch weitere Probehörer zeigten sich spontan und unerwartet begeistert.

Marshallesque Soundfarben, feingetunt mit Presence und Resonance in der Endstufensektion, sowie typischerweise Klangregler auf Rechtsanschlag. Sehr typisch!

Ebenso der VOX-Nachbau. Eigentlich nicht so mein Ding, stellt er doch das dar, was ich bei selten anzutreffenden alten Vöxen dann doch gemocht habe.

Jedoch braucht es etwas Verständnis, Einfühlungsvermögen und somit Zeit, den Simplifier gut und richtig einzustellen. - Er knallt einen nicht von Anfang an die Ohren zu, sondern lädt einen charmant und höflich ein.

Jazzbox mit einer cleanen Fenderamp Einstellung und etwas Raumhall über Einschleifweg. Sehr fein und dynamisch. Top! Sehr cool!

Die Nachbildung einer regelbar „positionierbaren“ zweikanaligen Mikrofonierung, - analog nachgebaut(!), - kann sinnvoll genutzt werden. Respekt!

Seitlich, rechts befindet sich ein „Stereo“-Schalter, der auf einem Kanal die Phase dreh und so ein räumliches Bild schafft. Effektvoll und eine nette Option, für die Fraktion, die sowas mag. Ich bleibe lieber direkt in der Mitte.

Mein Fazit

Respekt, was die Chilenen bei DSM&Humboldt da konzipiert und realisiert haben!

Dieses wirklich winzige Kästchen bietet eine wirklich sehr fein aufgelöstes, dynamisches und direktes Klangbild!

Die drei AmpKlassiker sind ebenso, wie die Röhrentypen und die Speakercabinets charakterlich gut zu erkennen und brauchbar einzusetzen.

Von der Klangqualität, Dynamik und Auflösung sticht der DSM Humboldt Simplifier die beiden Mitbewerber, von Strymon und Two Notes für meine Ohren aus.

Letztlich begeistert mich diese kleine Kiste und ich ziehe den Hut, vor den Machern dieses unscheinbaren kleinen analogen Juwels, das mit seiner geringen Größe in jeden Gitarrenkoffer passen sollte.

Eine gedruckte Anleitung und dazu ein downloadbares PDf wären noch ein schönes Add-On, das die Zeit die Wirkweise der einzelnen Sektionen zu ergründen verkürzen und so mehr begeisterte Fans schaffen könnte.

Auch wenn die o.g. Mitbewerber hochgelobt sind, deren Hersteller einen gute Ruf genießen, - analog, klingt eben analog.

Und im direkten Vergleich, auch wenn ich z.B. das strymon Iridium Amp/Cab IR von der Konzeption her, mit seinem einregelbaren Room in drei Größen sehr gut und passend und die austauschbaren IRs verlockend finde, klingt erdichtete im Gegensatz zum Simplifier steif, hart, tot und digital.