Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Super Latenz, intelligentes Routing, Multi-Client-fähig

Einsatz: Heimstudio-Recording. Aufnahme von externen analogen Tonerzeugern und einem (analog) vorkomprimierten Mikro. Löst mein Lexicon Lambda ab, da dieses unter Windows 10 sich ständig ausschaltet.

"Out of the box experience": Wie bereits von anderen Rezensoren bemerkt, ist das beiliegende Kabel kein reines USB-C - daher habe ich einen Passen Adapter gleich mitbestellt ("Lindy USB 3.1 Typ C Adapterkabel"). Direkt nach dem Einstöpseln mounted sich ein Laufwerk, auf dem Einstiegsdateien für die Treiberinstallation liegen. Leider wird man während der Installation mit den üblichen Mitteln zu einer Registrierung gedrängt - kann diese jedoch übersprignen (alle Features gehen auch ohne!). Die Benutzerführung bei der Installation ist ansonsten als vorbildlich zu bezeichnen (weil selbsterklärend). Nach der Installation hat man Focusrite Audio- und MIDI-Endpunkte im Gerätemanager, die von Windows direkt verwendet werden können, ASIO-Treiber für Musiksoftware und die Focusrite Routing Software (ohne die man nicht alle Features nutzen kann, weil das Interface selbst hierfür keine Bedienelemente hat).

Test mit virtuellen Instrumenten (Host-Software ist "Cantabile"): Im ASIO-Treiber lassen sich Sampling-Raten und Buffer-größen vielfältig einstellen. Ich verwende 40 Bytes bei 48kHz => Latenz <1ms absolut stabil. Davon konnte ich mit der Lexicon nur träumen. Anders, als bei vielen anderen Treibern, blockiert der ASIO-Treiber nicht den WASAPI-Teil, d.h. Windows-Sounds werden dem ASIO-Stream hinzugemischt, sodass alles auf den Monitorlautsprechern hörbar wird - das hat bei mir einiges an Komplexität reduziert (Kabelwirrwarr, Kleinmixer).

Außerdem liefern die Treiber gleich noch virtuelle Ports mit, die man als Quelle für Streaming-Software a la OBS nutzen kann, um so den Output der DAW zusammen mit allem anderen streamen zu können.

Analog-Routing: Sehr flexibel. Ein Monitor-Mix kann getrennt für Speaker (Out 1-2) und Kopfhörer (Out 3-4) gemacht werden. Bei mir sieht's so aus:

1 Mic (vorkomprimiert) => kein Monitoring

2 Mic (unkomprimiert, weil die Sänger sonst weinen) => Cue

3 Analoge Tonerzeuger-L => Speaker

4 Analoge Tonerzeuger-R => Speaker

DAW => Speaker & Cue

Der große Lautstärkeregler regelt nur(!) Out 1-2 und der kleinere Cue-Regler 3-4 (hier jedoch nur die Kopfhörerbuchse, die hinteren Ausgänge sind immer voll auf). Der Große Regler ist also kein "Master"-Regler - dadurch kann man bei Aufnahmen die Speaker runterdrehen, ohne die Kopförer mit abzuwürgen.

Kehrseite dieses Routings: Out 3&4 sind fest mit dem Kopfhörerausgang verbunden. Möchte man sie als echte Separate Outputs nutzen (z.B. für Click auf Bühne), muss der Cue-Mix wohl oder übel extern realisiert werden - oder man greift zur 6-Kanal-Variante.