Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung

Licht und Schatten

Nach einer für Thomann ungewöhnlich langen Lieferzeit von 3 Tagen kam das Paket wie üblich gut verpackt bei mir an. Der inhalt brachte nichts unerwartetes. Natürlich den Bass und zur Abwechslung sogar 2 Inbusschlüssel :-D Rein optisch weiß der Bass durchaus zu gefallen. Die Ähnlichkeit zum Fender Jaco Pastorius Jazz Bass FL ist auffällig und sicher nicht ungewollt. Schwer ist das Biest, das fällt auf, speziell im Vergleich zu anderen Bässen. Der Bass ist mit D'addario roundwounds bestückt. Roundwounds mag ich nicht und ich finde auf einem Fretless haben die schon mal gar nichts zu suchen. Aber fürs erste testen habe ich sie einmal drauf gelassen. Ich hatte allerdings wenig Freude damit, da die 3 tiefen Saiten allesamt schon im ersten "Bund" gescheppert haben. Ich hatte wenig Lust den Bass einzustellen, dann neue Saiten aufzuziehen und ggf. alles noch mal machen zu müssen. Also habe ich direkt die gewünschten Thomastik Flatwounds aufgezogen. Geändert hat sich nichts, die 3 Saiten schepperten immer noch. Es bedurfte sowohl eine Korrektur der Halskrümmung als auch der Saitenlage. Zum guten Schluß mußte ich auch noch die Oktavreinheit einstellen, da der Bass schief klang wenn man sich an den Fretlines orientiert hat. Kein großes Problem wenn man weiß was man tun muß. Zeitaufwand war etwas über eine Stunde. Da sich der Bass aber eindeutig an Einsteiger richtet, gibt es hier Abzüge in der B-Note. Der Klang mit den Thomastik Saiten ist absolut in Ordnung. Ziemlich direkt und verdammt knurrig. Allerdings ist der Bass auch auf diesen Sound festgelegt. Da kann man an den 3 Reglern rumspielen soviel man will, der Grundsound bleibt gleich. Da bieten andere Bässe mehr Flexibililtät. Die Wilkinson Pickups haben allerdings einen guten Output und sind trotz Singlecoil-Bauweise frei von Nebengeräuschen. Der Hals gehört trotz einer Breite von nur 38mm eher zur kräftigen Sorte, da haben auch andere Bässe deutlich flachere Hälse die leichter zu greifen sind. Stehend mit Gurt gespielt ist der Bass gut ausbalanciert und hängt satt im Gurt. Sitzend aufs Knie abgelegt neigt er allerdings zur Kopflastigkeit, man muß den Hals dann immer ein wenig mit der linken Hand unterstützen, sonst gehts schnell in Richtung Boden. Die Mechaniken versehen ihren Dienst ordentlich und machen auch einen soliden Eindruck.

Alles in allem ist der JB-40 ein typisches Harley-Benton Produkt, was nichts negatives ist. Die Grundsubstanz ist gut, an Feinheiten muß man selbst nachregulieren. Vielleicht hatte ich auch mit meinem einfach Pech und andere Exemplare sind besser eingestellt. Da der Klang doch sehr festgelegt ist, würde ich mir den JB-40 nicht als Erstbass holen, da gibt es anderen die flexibler sind, z.B. den Harley-Benton B-450FL BK, es sei denn man will genau diesen Sound. Als Zweitbass aber auf jeden Fall eine klare Empfehlung von mir. Bei dem Preis kann man damit nicht viel falsch machen, da bekommt man bei anderen Herstellern noch nicht mal einen Hals für.

Dieser Text ist wie immer subjektiv und bezieht sich ausschließlich auf MEINE Vorlieben und Ansichten und auf MEIN individuelles Instrument!