Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung

In dieser Preisklasse kaum etwas besseres zu kriegen...

Zugegebenermaßen waren mir die La Mancha-Gitarren bislang noch nicht besonders geläufig, obwohl ich mittlerweile seit fast 25 Jahren Gitarre spiele und mich regelmäßig mit Instrumenten unterschiedlichster Preisklassen befasse.

Die Entscheidung fiel diesmal auf die La Mancha Rubi S. Vor Ort in der Gitarrenaustellung vom Thomann-Haus habe ich 12 (!) Konzertgitarren in der Preisklasse 200-300,-€ getestet. Dies war das Ziel: eine Allroundgitarre fürs Wohnzimmer, mit der (fast) jeder auf Anhieb klar kommt und die noch dazu ansprechend klingt, aber erschwinglich ist und natürlich hübsch aussieht.

Aufgefallen sind die LaMancha-Gitarren zunächst durch ihre hochwertige Hölzerauswahl. Dies ist zu dem Preis natürlich nur zu haben, wenn man damit klar kommt, dass dazu z.B. deutsche Fichte nach Fernost verschifft wird, um dort kostengünstiger zu produzieren. Gegen die Qualität der Verarbeitung ist jedoch ehrlich nicht das Geringste einzuwenden! Alles sauber lackiert, schöne Hölzer, das Instrument liegt weich und angenehm in der Hand und lässt sich sowohl für mich als eher großem Mann mit langen Fingeren, als auch für Frauen problemlos bespielen. Sehr angenehm ist vor allem die Bundreinheit sowie die niedrige Saitenlage auch noch im 7./8. Bund und höher, ohne auch nur das geringste Schnarren.

Dann zum Klang: der ist logischerweise nicht ganz zu vergleichen mit Instrumenten höherer Preiskategorien. Doch wer deswegen voreingenommen oder ohne jegliche Erwartungen anspielt, wird durch ausgewogene Mitten, sowie erstaunlich brilliante Höhen und einen kraftvollen, aber nicht zu aufdringlichen Bass überrascht. Selten gehört in Sphären unterhalb von 300,-€!! Interessant waren zum Schluss der Testphase nur noch die La Mancha-Gitarren. Hier vor allem auch die Rubi SMX mit tollem exotischen Mahagoni im Korpus, sowie die Esmeralda SM mit rötlich leuchtendem Padouk im Korpus; beide seidenmatt lackiert und ebenfalls absolut zu empfehlen.

Fazit: Die Wahl fiel schließlich auf die Rubi S aufgrund ihres subjektiv ausgewogensten Klangbildes sowie auch des schön verarbeiteten Hochglanzlackes. Insgesamt ist die La Mancha Rubi S neben den Modellen von VGS, Pro Natura, Höfner und Raimundo, sowie den optisch evtl. attraktiven, aber klanglich meist enttäuschenden Ortegas das mit Abstand beste Gesamtpaket gewesen (wie gesagt: in DIESER Preisklasse).

Wer sich mal durch die verschiedenen Modelle der La Mancha-Gitarren spielt, hört und fühlt, wird mit ziemlicher Sicherheit ein Instrument finden, das sich sowohl für ambitionierte Anfänger als auch Fortgeschrittene mit "Zweitinstrumentenbedarf" absolut empfehlen lässt.