Gesamt
Sound
Verarbeitung

Für kleine Lautstärken (kleine Bandsettings) brauchbar, überspricht aber...

... bei lauteren Settings.

Ich habe das Gerät für meine Resonatorgitarre (Zweitmodell, single cone) gekauft und war von den im Internet abrufbaren Ergebnissen überrascht.

Ich habe das Gerät einige Male live eingesetzt (Fete de la musique und in Band Setting mit meiner Stringband, Banjo, Kontrabas, Resonatogitarre, Gesang). Beim ersten mal war ich mit dem Ergebnis recht zufrieden, es klang zwar nicht ganz so kraftvoll, wie ich es haben wollte (trotz externem Preamp a la PARA Acoustic D.I. von L.R. Baggs) aber dafür eben so akustisch, wie nur irgend möglich und nicht wie ein Piezo oder was man sonst so probieren kann. Probleme mit feedback gab es bei genügender Entfernung von den Verstärkerquellen nicht. Mit zusätzlichen Einstellungen am Mixer (das ganze ging dann in eine Lautsprecherbox) konnte zusätzliche Wärme hinzugefügt werden, toll.

Für ein Setting mit Mischpult (in einer Band mit zwei Gitarren Gesang und Percussion wie Cajon usw.) taugte dieser Mikro-Pickup also. Direkt vor dem Lautsprecher pikste es etwas in meinem Ohr, doch das lag sicherlich an der nicht optimalsten Einstellungen. In das Gesamtbild des Bandklanges fügte sich meine Gitarre dank des natürlichen akustischen Sounds optimal ein. Ich nehme mit dem Goose-neck nicht ein F-Loch, sondern den Cone ab. Positionen zwischen beidem waren zu leise und die F-Lochvariante war zu bassig und Feedback-anfällig im Bandsetting. Im Studio oder so mag das anders sein.

am besten war also die Cone-Abnahme, die dann mit Preamp- oder Mixer-EQ geformt werden konnte zu dem Sound, den man möchte.

Im Setting mit Akustikgitarrenverstärkern (einen für die Resonatorgitarre, einen für das Banjo und ein kleiner Bassverstärker) gab es auf einer Wagenbühne allerdings einige Probleme. So übersprach etwa das andere Mikrofonsignal (Vocals) aus meinem Verstärker in den kleinen Myers-Gooseneck-PU, sodass störende, gar wummernde Nebengeräusche die Folge waren. Ärgerlich. so musste ich während des Konzertes hinter meinen Verstärker (Marshall Acoustic 50 Watt, zwei Kanäle) gehen, damit dieses Problem einigermaßen eingedämmt werden konnte.

Für kleine Konzerte also durchaus sehr nützlich, das am Instrument keine Veränderungen vorzunehmen sind.Mit einem Vorverstärker noch zusätzlich aufblasbarer Klang, doch irgendwann recht rückkopplungslastig bzw. bei hohen Lautstärken werden andere Signale mit übertragen (vielleicht auch durch den Cone der Resonatorgitarre?).

Vorteile:

-Sehr natürlicher Sound, eben wie ein Mikrophon (wobei man aber festgelegt ist: während des Spiels keine Positionsveränderung und damit Klangänderung möglich, was mit Mikrophon ansonsten so reizvoll ist)

-Dank Lautsärkeregelung justierbare Lautstärke (für Solos etwa aufdrehen)

-keine Veränderungne am Instrument vornehmen müssen

Nachteile

-überspricht bei gewisser Lautstärke mit anderen Instrumenten, evtl. Neben- und Störgeräusche dadurch

-Nicht ganz einfach zu regeln bei hohen Lautsärken (feedback etwa)

Für das hier von Thomann günstige Angebot (etliches weniger als beim Hersteller) durchaus eine lohnenswerte Alternative zum unüberschaubaren Tonabnehmermarkt. Wie ein Mikro, aber doch wie ein Tonabnehmer zu behandeln. Toll. Aber nicht ganz einfach bei höheren Lautstärken, wo ein passiver Tonabnehmer hingegen keine Probleme haben dürfte. Also eine Kompromiss-Angelegenheit:Guter sound oder viel Output/bzw. keine Rückkoppel-Anfälligkeit (oder beides, doch dann vermutlich mehr Ausgaben).