4. Das Metal-Setup

Gemeint ist hier allgemein die härtere Gangart, auf Unterscheidungen wie Hard- , Heavy-, Speed-, New Metal etc. haben wir ganz bewusst verzichtet, denn eines ist diesen Stilrichtungen doch gemeinsam: Es soll ordentlich krachen!

Natürlich gibt es nicht den einzig wahren Metal-Sound, aber ein paar Richtlinien kann man schon zusammenfassen.

Ein wichtiges Stilmittel war und ist immer die Verzerrung und so sind vor allem Verstärker gefragt, die diese auch liefern können. Im Gegensatz zum Blues, wo in erster Linie Endstufenverzerrung gefragt ist, darf es hier auch die wesentlich rauere Vorstufenverzerrung sein.

Allzu früh sollte die Endstufe gar nicht in die Knie gehen, denn weil ja auch Drummer und Bassisten bei dieser Musikrichtung in die Vollen langen dürfen, ist Lautstärke gefragt, wobei es viele Gitarristen (nicht zuletzt auch wegen des Showeffektes einer kompletten Verstärkerwand) damit wohl auch übertreiben.

Die Gitarre:

Wie überall, gilt auch hier: Man kann nahezu mit jeder Gitarre jede Art von Musik machen, daher nur Trends:

Als sich aus dem harten Bluesrock der Endsechziger Anfang der 70er die Musikrichtung Hard Rock heraus entwickelte (die späteren Begriffe wie Heavy Rock und Heavy Metal drücken ja nur aus, dass es immer noch härter/metallischer wurde), waren es vor allem Humbuckergitarren wie Les Paul und SG, die meist in Zusammenarbeit mit den schwarzen Türmen von Marshall den gewünschten Sound lieferten, zu hören bei Jimmy Page / Led Zeppelin, Toni Iommi/Black Sabbath, Mick Box/Uriah Heep.

Wenn Single-Coil-Gitarren verwendet wurden, verwendete man in der Regel Treble Booster oder Verzerrer, um die Amps, die damals noch über kein Master Volume verfügten, angemessen zum Übersteuern zu bringen. Ritchie Blackmore/Deep Purple zweckentfremdete z. B. sein Röhrenbandechogerät, um mit dem weit aufgedrehten Ausgang seine 200 Watt-Marshalls anzublasen. Die Gitarristen waren damals einfach einfallsreicher als heute, wo es für jedes Problemchen wirklich geeignete Lösungen käuflich zu erwerben gilt. Gerade bei Anhängern der härteren Gangart sehr beliebt ist das Austauschen der Pickups zugunsten ausgangsstärkerer Tonabnehmer. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Pickup-Online-Berater.

Die Kombination Strat + Turm oder Les Paul + Turm blieb die ganzen 70er eigentlich amtlich, natürlich gab es auch andere Varianten: Z.B. spielte Michael Schenker immer seine Flying V, ebenso ist Bruder Rudolf nie ohne das auffällige Teil, das Ende der 50er ein totaler Flop für die Firma Gibson gewesen war, anzutreffen.

Ziemlich viel Bewegung brachte Ende der 70er dann Eddie Van Halen in die Gitarrenlandschaft. Seine Strat-Style-Gitarre mit Humbucker am Steg ist bis heute präsent und gerade in Kombination mit Hals- und Mittel-Single-Coil ein Wunder an Vielseitigkeit. Für die dann z. B. von Steve Vai benutzte Variante mit Hals- und Steg-Humbucker und noch einem Single Coil in der Mitte lässt sich Ähnliches sagen. Ebenfalls mit Eddie Van Halen wurde das Floyd Rose-Vibrato-System (und alle unter FR-Lizenz gebauten Varianten) populär. Wenn jemand auf intensive Whammy-Effekte wie dive-bombs, Pferde-Wiehern oder Harley-Start steht, ist er mit so einem (relativ) verstimmungsfreien Vibrato bestens ausgestattet.

Aber auch die Les Pauls haben sich – nachdem sie in den 80ern fast weg vom Fenster waren – ihren Platz wieder zurückerobert und sogar SGs (die in den 80ern und 90ern wirklich nur noch Angus von AC/DC spielte) sind heute wieder häufig zu sehen. Die vorherrschende Gitarre dürfte dennoch die Superstrat sein, eine Gitarre mit stratähnlichem Korpus, einem meist sehr ausgangsstarken Humbucker am Steg und den obengenannten Varianten für die weitere Pickupausstattung.

Geeignete Gitarren gibt es von allen Firmen: Neben den bereits erwähnten Fender und Gibson/Epiphone, wenn es um eher traditionelle Formen geht, gibt es vor allem Ibanez, ESP/LTD, Yamaha, Jackson/Charvel. Aber auch die edel wirkenden PRS-Gitarren sind mittlerweile auf Heavy-Bühnen häufig zu sehen.

Amps:

Auf der Verstärkerseite konnte Marshall trotz aller Konkurrenz über alle Jahre hinweg seinen Platz behaupten, obwohl es heute wirklich viele Firmen gibt, die sehr gute Amps für harte Rockmusik bauen. Mesa /Boogie, die Firma, die früher vor allem für kleine, warm singende Edelcombos bekannt war, hat in den letzten Jahren mit ihren Rectifiern die amtliche Ausrüstung für die ganz Harten bereitgestellt: Noch mehr Verzerrung und ein eher basslastiges, dafür mittenärmeres Frequenzspektrum als in der traditionelleren Rockmusik, gerade auch die ganz jungen Vertreter des New Metal kommen damit bestens zurecht.

Aber auch Firmen wie Peavey, Soldano, Hughes & Kettner und Engl bauen hervorragende Amps und jeder Modeling Amp hat auch die geeigneten Modelle für harte Töne mit an Board.

Normal für diese Art von Amps ist mittlerweile, dass 2 oder mehrere Kanäle zur Verfügung stehen, sodass Varianten wie Clean, Rhythmus und Lead auf Knopfdruck zur Verfügung stehen.

Traditionell werden für harte Rockmusik-Heads und 4x12 Boxen verwendet, daran hat sich bis heute eigentlich nichts verändert. In den meisten Boxen der unterschiedlichen Hersteller findet man Celestion Lautsprecher. Die Firma hat eine große Palette von unterschiedlichen Speakermodellen, sodass man den richtigen Speaker für seinen Sound sicher finden wird.

Effekte:

Effektmäßig ist natürlich auch alles möglich: Besonders beliebt waren von jeher Verzerrer der raueren Richtung und das gute alte Wah-Wah-Pedal. Aber auch mit einem Flanger kann man wunderschön Krach machen und ein gutes Digital Delay verleiht einem Solo oft noch die entscheidende Dramatik. Wenn es ganz böse klingen soll, wäre ein Octaver oder ein Pitch Shifter die richtige Wahl und wer Vai-mäßig abgefahren Mehrstimmiges zu Gehör bringen möchte, sollte auf jeden Fall einmal einen Intelligent Pitch Shifter anspielen. Technische Bemerkung am Rande: Da hier mit hoher Verzerrung gearbeitet wird, muss man die Platzierung der Effekte genau überdenken. Flanger, Chorus oder Pitch Shifter vor dem Amp Eingang produzieren natürlich aufgrund der Vorstufenverzerrung ein deutliches Rauschen und ein vorgeschaltetes Delay, das durch eine verzerrte Vorstufe gequetscht wird, klingt meist nur noch nach Müll. Der richtige Platz für diese Teile wäre also der Effektloop. Sollte dann doch noch etwas Crunch von der Endstufe hinzukommen, verkraften die Effekte das gerade noch. Wah, Verzerrer und Octaver gehören grundsätzlich vor den Amp, auch ein Phaser klingt hier meist musikalischer.

Schematischer Aufbau eines Metal-Setups (natürlich je nach Geschmack erweiterbar)

Anordnung:

  1. Gitarre
  2. Wah
  3. Verzerrer
  4. Octaver
  5. AMP-Vorstufe
    • FX send
    • Flanger/Chorus
    • Pitch Shifter
    • Delay
    • FX return
  6. AMP Endstufe
  7. Box

Natürlich verwenden viele Gitarristen auch 19 Zoll Rackeffekte: Handelt es sich um ein Modell mit Vorstufe, Verzerrer etc., gehört das Teil vor den Amp (das gilt auch für diverse Modeling-Multis). Mit der verstärkereigenen Verzerrung muss dann allerdings vorsichtig umgegangen werden, bei anderen Effekten (Modulation, Delay, Reverb) ist selbstverständlich der Effektloop die richtige Wahl.

Sounds:

Clean: Interessanterweise steht man im Heavy-Bereich auf starke Kontraste, und der Clean-Sound darf/soll wirklich unverzerrt sein, wenn er schon mal gebraucht wird. Bestens eignen sich hierfür natürlich Gitarren mit Single-Coils, also die Superstrat-Bestückung. Clean-Kanal am Amp, vielleicht die Zwischenstellung Hals-Mitte und noch ein Chorus oder Flanger.

Rhythmus: Hier soll es schon heftig zugehen, und gainmäßig bewegt man sich meist schon eher im Lead-Bereich. Dieser Vorliebe zollen die meisten typischen Amps Tribut, und so wählt man eben einen gainstrotzenden Crunch oder Leadsound aus. Effekte sind möglich, verwaschen aber bei schneller Rhythmusarbeit den Sound.

Lead: Volle Kanne, also Leadkanal und (wenns beliebt) noch mit dem Zerrer die letzte Kante geben. Ein Delay kommt gut, das Wah-Wah kann auch noch eine Steigerung bringen (Kirk Hammett von Metallica verwendet seines meistens, um den Sound seiner Soli zu „färben“, also weniger als Wah-Wah denn als Klangregelung. Michael Schenker lässt es meistens in einer fixen Position ruhen, um eine bestimmte Mittenfrequenz zu boosten, das ist der typische Schenker-Sound). Mit dem Pitch Shifter können interessante bis schräge Intervalle oder sogar zweistimmige Passagen erzielt werden, ein Octaver klingt einfach ziemlich böse.

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