Gesamt
Sound
Verarbeitung

In der Kategorie der überbewertetsten Humbucker....

Darf ganz sicher auch der JB von Seymour Duncan nicht fehlen!

Auf der Suche nach einem "anderen Sound", mehr Bass und Ausdruckstärke, hatte ich mich doch noch entschlossen den TB-4

auszuprobieren, im Vergleich mit einem Fender Atomic II, und einem

Custom Custom von Seymour Duncan.

Allgemein wird der Sound des JB, als kreischend, mittenbetont,

mit viel Bass, und einem guten Clean-Sound beschrieben. Das kann ich jedoch nicht ganz bestätigen.

In einer Erle/Ahorn/Palisander-Strat eingebaut, zeigt sich zwar eine

gute Wiedergabe der Höhen, doch ist der Klang in der Tat als "topfig"

fast schon mulmig, zu bezeichnen. Nervig!

Der Fender Atomic II klingt wesentlich "besser", dass heißt offener,

mehr Bass, und in den Höhen weniger aufdringlich. Zudem hat er eine bessere Anschlagdynamik.

Auch im High-Gain kann mich der Klang nicht überzeugen.

Ein Quäkender, sehr spezieller Zerr-Sound entsteht, welcher nicht jedem gefallen wird. Im Clean-Bereich hingegen, zeigt der JB seine

wahre Stärke, und dass klingt dann auch so.

Mit seinen 17,4 kOhm ist dies ein schon sehr "heißer" Pickup, was aber nicht bedeutet, dass er besser für Hard Rock oder Heavy Metal

geeignet ist, als Humbucker mit etwas weniger Output.

Es mag also offensichtlich etwas Wahres an dem Gerücht dran' sein, dass der JB nicht jede Gitarre "mag", auch wenn sich das so manche

wünschen mögen.

Wer also nicht gleich zu dem greifen will, dass alle anderen kaufen,

sollte ruhig einmal den Custom Custom (TB-11) ausprobieren,

der zwar noch weniger Bass hat, aber dafür angenehmer klingt,

vor allem durch seine AlNiCo II Magnete.

Einer der bekanntesten Nutzer des SH-4/TB-4 ist Jake E. Lee mit seiner Charvel. Hat man jedoch seinen Sound in den Ohren, vergisst man dabei Jake's Hardware! Er spielt eine Esche-Strat mit Hardtail-Tremolo und ohne Tone-Poti für seine Pickups!

Das Holz spielt hier vielleicht eine weniger entscheidende Rolle, aber ein Hardtail-Tremolo, ist schon etwas anderes als ein typisches Fender Vintage-Tremolo, und somit klingt auch die Gitarre anders.

Der Einsatz von 250 kOhm der 500 kOhm-Potis (oder gar kein

Tone-Poti) bringen ebenfalls, durchaus große klangliche Unterschiede.

All das, sollte man wissen bei der Wahl/Entscheidung für einen neuen

Tonabnehmer! Denn: Auf "Beratung" kann man sich selten verlassen,

vor allem kompetente und objektive Beratung ist zumeist "teuer" und deshalb selten zu finden.